Gedenkbuch 2013

Ernst Schönbrunn
Anna Schönbrunn geborene Goldschmidt
Hella Schönbrunn

Renate Ernst-Teng, Aachen

Ernst Schönbrunn wurde am 9. Juli 1878 in Bedburg an der Erft geboren. Er war das zweite Kind von Heinrich Schönbrunn und seiner Frau Henny, geborene Lilienthal, aus Steinheim in Westfalen. Seine ältere Schwester Julie Schönbrunn wurde 1876 in Mannheim geboren.

Die Familie Schönbrunn ist schon um 1722 in Bedburg nachgewiesen und gehörte zu den ältesten jüdischen Familien dort. Der Großvater Bernhard Schönbrunn (1807– 1881) war Repräsentant der Kreissynagogengemeinde und ein Mitbegründer der Bedburger Wollindustrie.

Ernst Schönbrunns Vater Heinrich, geboren im Jahr 1849 in Bedburg, kam über Mönchengladbach nach Aachen und war von 1899 bis zu seinem Tod im Jahr 1918 Besitzer der Spinnerei „Schönbrunn & Peters", Viktoriastraße 51. Die Familie selbst lebte 1899 laut Aachener Adressbuch in der Lothringerstraße 68.

Anscheinend erbte Ernst Schönbrunn diese Spinnerei, denn er wird in der „Nachweisung über das Vermögen der Juden in der Stadt Aachen vom 12. November 1938" als Spinnereibesitzer geführt . Am 12. Dezember 1938, ein Monat nach der Reichspogromnacht, wurde die Spinnerei „arisiert" und hieß von da an „Spinnerei Westmark GmbH". Sie bestand bis zum Jahr 1952.

Im Jahr 1908 heiratete Ernst Schönbrunn Anna Goldschmidt, geboren am 11. April 1886 in Köln, Tochter einer Kölner Juwelierfamilie. Wie es seinerzeit üblich war, war Anna Schönbrunn Hausfrau von Beruf. Sie hatten zwei Kinder: Hella Schönbrunn, geboren am 9. Oktober 1910, und Ernst Heinrich Friedemann Schönbrunn, geboren am 21. August 1920. Beide Kinder wurden in Aachen geboren. Die Familie wohnte in der Salierallee 9. Allerdings ist vermerkt, dass Hella Schönbrunn erst am 9. März 1932 wieder in die Salierallee zog. Vielleicht hatte sie vorher an einem anderen Ort ihre Lehre abgeschlossen, Näheres über die Umstände ist nicht bekannt. Hella Schönbrunns Beruf wurde im Jahr 1935 mit Kaufmännische Angestellte angegeben. Im Zuge der „Arisierung jüdischer Häuser" musste die Familie Schönbrunn ihr Haus verlassen und zog in die Försterstraße 28. Im Aachener Adressbuch von 1942 ist die Familie unter dieser Adresse aufgeführt. Das Haus „Salierallee 9" hingegen ist als „unbewohnt" aufgeführt.

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